Voriger Beitrag Nächster Beitrag

09.09.2026 Drucken

Tags: Vor dem Einkochen, Garten anlegen, Balkon, Terrasse, Garten

Vor dem Einkochen kommt das Gärtnern: Balkon, Terrasse, Garten

Und nach dem Gärtnern kommt das Ernten - auch zum Einkochen ;-)

Am schönsten wäre doch selbst Angebautes. Deshalb möchte ich Ihnen gerne ein paar Tipps geben, wie Sie Ihren eigenen Gemüse- und Kräutergarten anlegen können.

Der ist nämlich nicht nur etwas für Menschen mit einem großen Grundstück. Schon ein kleines Beet, ein Hochbeet oder einige Pflanzkübel auf Terrasse und Balkon reichen aus, um Salate, Tomaten, Radieschen und aromatische Kräuter selbst anzubauen.
Das Schöne daran: Man weiß genau, woher die Lebensmittel kommen, kann erntefrisch genießen und entdeckt ganz nebenbei, wie viel Freude es macht, Pflanzen beim Wachsen zuzusehen.

Die beste Jahreszeit

Zum Anlegen eines Gemüsegartens beginnen wir zumeist im Frühjahr, wobei die eigentliche Vorbereitung sogar schon im Herbst beginnen kann.
Frühjahr – ideal zum Starten ist März/April, sobald der Boden nicht mehr gefroren und nicht zu nass ist. Jetzt können Beete vorbereitet, Kompost eingearbeitet und erste robuste Gemüsearten ausgesät werden. Radieschen, Möhren, Erbsen, Spinat, Mangold und viele Salate können früh ins Beet. Wärmebedürftige Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und Kürbis kommen meist erst nach den Eisheiligen Mitte Mai nach draußen.
Herbst – perfekt zur Vorbereitung: Wer einen Garten neu anlegt, kann bereits im September oder Oktober Beete abstecken und den Boden vorbereiten. Kompost und organisches Material können über den Winter einwirken. Im Frühjahr ist das Beet dann weitgehend startklar.
Sommer – ein später Einstieg ist möglich: Auch im Juni, Juli oder August kann man noch beginnen. Geeignet sind je nach Zeitpunkt beispielsweise Pflücksalat, Radieschen, Buschbohnen, Rucola, Mangold oder später Feldsalat und Spinat.
Wer neu mit dem Gärtnern beginnt, sollte es dabei nicht zu kompliziert machen. Einige Gemüsearten und Kräuter sind ausgesprochen pflegeleicht und verzeihen auch kleine Anfängerfehler.

Der richtige Standort

Eine wichtige Voraussetzung für einen gedeihenden Gemüse- und Kräutergarten ist ein geeigneter Standort. Die meisten Gemüsepflanzen bevorzugen einen sonnigen Platz - mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag.
Tomaten, Paprika, Zucchini, Gurken und viele mediterrane Kräuter lieben Wärme und Sonne. Salate, Mangold, Petersilie oder Schnittlauch kommen dagegen auch mit etwas weniger Sonne zurecht.
Achten Sie außerdem darauf, dass das Beet gut erreichbar ist. Schließlich muss regelmäßig gegossen, geerntet und gelegentlich Unkraut entfernt werden. Ein Wasseranschluss oder eine Regentonne in der Nähe erleichtert die Arbeit erheblich.

Beet, Hochbeet oder Pflanzkübel?

Nicht jeder braucht einen klassischen Gemüsegarten. Welche Anbauform geeignet ist, hängt vor allem vom vorhandenen Platz ab. Das klassische Gartenbeet bietet viel Raum und eignet sich besonders, wenn größere Mengen Gemüse angebaut werden sollen. Ein Hochbeet ist bequem zu bearbeiten und ermöglicht rückenschonendes Gärtnern. Durch die erhöhte Position erwärmt sich die Erde im Frühjahr außerdem schneller.
Kübel und Pflanzgefäße sind ideal für Balkon und Terrasse. Tomaten, Paprika, Salate, Radieschen und zahlreiche Kräuter gedeihen problemlos in ausreichend großen Gefäßen.

Wichtig ist bei allen Pflanzgefäßen ein Abfluss für überschüssiges Wasser. Staunässe vertragen die meisten Gemüse- und Kräuterpflanzen nicht.
Gute Erde ist die gute Grundlage
Gesunde Pflanzen beginnen mit einem gesunden Boden. Gartenerde sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein. Sehr schwere Böden können beispielsweise mit reifem Kompost verbessert werden.

Was ist Kompost?

Kompost ist ein humusreiches Naturprodukt, das durch den biologischen Abbau von organischen Abfällen entsteht. Auf den Kompost kommen:
Pflanzliche Küchenabfälle: Obst- und Gemüsereste, Eierschalen, Kaffeesatz.
Gartenabfälle: Rasenschnitt, Laub, kleine Äste, Heu und welke Blätter.
Wichtig: Eine gesunde Mischung aus feuchten Grünabfällen und trockenem, holzigem Material sorgt für die ideale Belüftung und Zersetzung.

Kompost ist somit ein natürlicher Dünger: Er versorgt den Boden langsam mit wichtigen Nährstoffen und Mineralien. Ausserdem ist er ein Bodenverbesserer: Er lockert die Erde auf, speichert Feuchtigkeit und fördert ein gesundes Bodenleben 
Kompost versorgt den Boden nicht nur mit Nährstoffen, sondern verbessert gleichzeitig seine Struktur und fördert das Bodenleben.

Düngen - Wie und wann

Wenn Sie mit frischer Erde beginnen, Ihre Beete, Kübel und Pflanztöpfe zu begärtnern, ist Düngen erst einmal nicht nötig. Wenn Sie jedoch einen Garten besitzen, sollte die vorhandene Erde vorbereitet/gedüngt werden.
Um Gemüse und Kräuter richtig zu düngen, müssen Sie diese nach ihrem Nährstoffbedarf (Stark-, Mittel- und Schwachzehrer) trennen, da Kräuter bei zu viel Dünger ihr Aroma verlieren, während viele Gemüsesorten ohne zusätzliche Nährstoffe verkümmern. Setzen Sie im Nutzgarten am besten auf organische Dünger (wie Kompost, Hornspäne oder Pflanzenjauchen), da diese den Boden langfristig verbessern und eine Überdüngung verhindern.
Bei Pflanzkübeln und Hochbeeten empfiehlt sich hochwertige Gemüse- oder Hochbeet-Erde. Bei Kräutern lohnt sich eine Unterscheidung: Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum mögen nährstoffreichere Erde, während mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei eher magere und gut durchlässige Böden bevorzugen.

Was sind denn Stark-, Mittel- und Schwachzehrer?

Starkzehrer haben einen hohen Nährstoffbedarf:
Pflanzen: Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohl, Lauch, Kartoffeln.
Vorgehen: Mischen Sie bereits bei der Beetvorbereitung im Frühjahr 6 bis 10 Liter Kompost pro Quadratmeter sowie eine Handvoll Hornspäne in die Erde.
Nachdüngung: Düngen Sie im Juni/Juli noch einmal nach. Nutzen Sie dafür organischen Gemüsedünger oder flüssige Brennnesseljauche.

Mittelzehrer haben einen mäßigen Nährstoffbedarf
Pflanzen: Möhren, Kopfsalat, Kohlrabi, Radieschen, Rote Bete, Zwiebeln.
Vorgehen: Arbeiten Sie im Frühjahr 3 bis 5 Liter Kompost pro Quadratmeter flach in den Boden ein.
Nachdüngung: Meistens reicht der Kompost aus. Bei Bedarf (z.B. blasse Blätter) reicht eine kleine Gabe Hornmehl im Sommer.

Schwachzehrer haben einen geringeren Nährstoffbedarf)
Pflanzen: Erbsen, Bohnen, Feldsalat, Spinat. Vorgehen: Diese Pflanzen benötigen keinen zusätzlichen Dünger. Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen) versorgen sich über Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff.

Das Kräuterbeet düngen

Bei Kräutern gilt die Grundregel: Weniger ist mehr. Zu viel Stickstoff führt zu wässrigen Trieben und starkem Aromaverlust.
Mediterrane Kräuter (Schwachzehrer): Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel wachsen natürlicherweise auf kargen, sandigen Böden. Sie benötigen keinen Dünger. Eine Handvoll Sand im Boden schützt vor Staunässe.
Heimische/Einjährige Kräuter (Mittelzehrer): Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill und Minze mögen es feuchter und nährstoffreicher. Mischen Sie im Frühjahr ein wenig Kompost unter die Erde. Kräuter im Topf (wie Basilikum) können Sie alle 4 bis 6 Wochen mit einem stark verdünnten, organischen Kräuterdünger über das Gießwasser versorgen

Praxis-Tipps für die Anwendung

Der richtige Zeitpunkt: Düngen Sie am besten an einem bedeckten Tag oder am frühen Abend vor einem angekündigten Regen. Düngen Sie niemals in der prallen Mittagssonne, um Verbrennungen zu vermeiden.
Einarbeiten & Angießen: Streuen Sie feste Dünger wie Hornspäne oder Granulate flach um die Pflanzen herum aus, harken Sie sie leicht in die Erde ein und gießen Sie die Stelle gründlich an. Erst durch die Feuchtigkeit werden die Nährstoffe für die Pflanzen und Bodenlebewesen verfügbar.

Kostenlose Naturdünger nutzen:

Kaffeesatz: Trocknen lassen und flach um Tomaten oder Zucchini einarbeiten (liefert Stickstoff und Kalium).
Kochwasser: Abgekühltes, ungesalzenes Kartoffel- oder Gemüsewasser ist reich an Mineralstoffen und ideal zum Gießen.
Kompost: Leider nur für die, die einen Garten mit Komposthaufen haben.


Der Anbau - welche Gemüsearten eignen sich für Anfänger?

Für den Einstieg müssen es nicht gleich zehn verschiedene Gemüsesorten sein. Wenige Kulturen sind leichter zu pflegen und sorgen trotzdem für abwechslungsreiche Ernten.
Besonders unkompliziert sind beispielsweise:

  • Radieschen
  • Pflücksalat
  • Mangold
  • Buschbohnen
  • Zucchini
  • Tomaten
  • Erbsen
  • Rote Bete

Radieschen und Pflücksalat sind besonders dankbare Einsteigerpflanzen. Sie wachsen schnell und können teilweise bereits wenige Wochen nach der Aussaat geerntet werden.
Zucchini benötigen zwar deutlich mehr Platz, liefern dafür aber häufig über viele Wochen hinweg Früchte.
Tomaten brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit, belohnen die Pflege jedoch mit einem Geschmack, der frisch geerntet besonders intensiv ist.

Einen eigenen Kräutergarten anlegen

Kräuter benötigen erstaunlich wenig Platz. Schon ein kleines Beet oder mehrere Töpfe können eine große Auswahl für die Küche liefern.
Für einen klassischen Küchenkräutergarten eignen sich unter anderem:
  • Petersilie
  • Schnittlauch
  • Basilikum
  • Dill
  • Koriander
  • Minze
  • Zitronenmelisse
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Oregano

Dabei sollten nicht alle Kräuter einfach nebeneinander in dieselbe Erde gesetzt werden.
Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano mögen es sonnig, warm und eher trocken. Petersilie und Schnittlauch benötigen dagegen mehr Feuchtigkeit und Nährstoffe.
Tipp: Minze und Zitronenmelisse breiten sich gerne kräftig aus. Wer verhindern möchte, dass sie nach einigen Jahren große Teile des Kräuterbeetes erobern, pflanzt sie besser in einen eigenen Topf. Meine Melisse, mit der ich so gerne frischen Tee zubereite – hat „frei“ wachsend ein ganzes Beet für sich in Anspruch genommen – also rate ich hier dringend zum Topf ;-)

Mischkultur: Gute Nachbarn im Gemüsebeet

In einem Gemüsegarten muss nicht jede Gemüseart ein eigenes Beet bekommen. Bei der sogenannten Mischkultur wachsen verschiedene Pflanzen gemeinsam.
Bewährte Kombinationen sind beispielsweise:

  • Tomaten und Basilikum
  • Möhren und Zwiebeln
  • Salat und Radieschen
  • Gurken und Dill
  • Erdbeeren und Schnittlauch

Eine abwechslungsreiche Bepflanzung nutzt den vorhandenen Platz gut aus und kann dazu beitragen, ein vielfältiges Gartenökosystem zu schaffen. Nicht jede Kombination ist jedoch günstig. Deshalb lohnt sich vor der Beet Planung ein kurzer Blick auf eine Mischkulturtabelle.

Nicht alles gleichzeitig aussäen

Ein typischer Anfängerfehler besteht darin, im Frühjahr eine ganze Packung Salatsamen oder Radieschen auf einmal auszusäen. Dann wird plötzlich alles gleichzeitig erntereif.
Praktischer ist die gestaffelte Aussaat. Säen Sie beispielsweise alle zwei bis drei Wochen eine kleine Menge Radieschen oder Pflücksalat nach. So verlängert sich die Erntezeit und frisches Gemüse steht kontinuierlich zur Verfügung.

Richtig gießen

Gemüse benötigt regelmäßig Wasser – besonders während warmer Sommerwochen. Besser als häufiges oberflächliches Gießen ist meist ein gründliches Wässern, sodass die Feuchtigkeit auch tiefere Bodenschichten erreicht.
Ideal ist das Gießen am frühen Morgen. Dabei sollte möglichst direkt die Erde bewässert werden und nicht ständig das Laub. Eine Mulch Schicht aus geeignetem organischem Material kann zusätzlich helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Wachstum unerwünschter Beikräuter zu reduzieren.

Kräuter regelmäßig ernten

Viele Küchenkräuter wachsen besonders schön buschig, wenn sie regelmäßig geerntet werden. Schneiden Sie deshalb nicht nur einzelne Blätter ab, sondern bei geeigneten Arten ganze Triebspitzen. Überschüssige Kräuter müssen übrigens nicht verloren gehen. Sie lassen sich je nach Sorte trocknen, einfrieren oder beispielsweise zu Pesto verarbeiten.
So kann die eigene Kräuterernte noch lange nach dem Sommer genutzt werden. Sehen Sie gerne einmal in meine Blogbeiträge „Tolle Dips“. 

Auch auf kleinem Raum ist viel möglich

Ein Gemüsegarten muss nicht groß sein. Selbst auf wenigen Quadratmetern lässt sich erstaunlich viel ernten.
Wer wenig Platz hat, kann auch die Höhe nutzen. Rankende Bohnen, Gurken oder andere geeignete Pflanzen wachsen an Rank Gittern nach oben. Pflücksalat und Radieschen benötigen nur wenig Fläche und Kräuter finden auf Fensterbänken, Pflanzregalen oder in Balkonkästen Platz.
Gerade für Anfänger gilt deshalb: Lieber klein anfangen und erfolgreich ernten, als sich mit einem zu großen Garten zu viel Arbeit zu machen.

Von der Aussaat bis auf den Teller

Der besondere Reiz eines eigenen Gemüse- und Kräutergartens liegt nicht nur in der Ernte. Aus einem winzigen Samen entsteht innerhalb weniger Wochen eine Pflanze, die schließlich Lebensmittel liefert.
Frischer kann Gemüse kaum sein: Salat wird kurz vor dem Essen geschnitten, Basilikum direkt von der Pflanze gezupft und die ersten sonnengereiften Tomaten landen häufig schon im Mund, bevor sie überhaupt die Küche erreichen ;-)

Und was immer zu viel ist – das kochen wir ein!

Denn das Großartige am Einkochen ist die Möglichkeit, unsere selbst geernteten Gemüse auch zu bevorraten, statt zu viel Geerntetes zu verschenken oder gar weg zu werfen. Die Kombination aus Haltbarkeit, Vorratshaltung und Genuss lassen uns unsere selbst gepflanzten und geernteten Lebensmittel so aufbewahren. Wir kochen sie für den Winter ein – und wir wissen genau, was in unserem Einmach-Glas steckt.
Wer einmal erlebt hat, wie aromatisch frisch geerntete Kräuter und Gemüse schmecken, möchte auf den eigenen kleinen Garten oft nicht mehr verzichten.

Mein Fazit:

Einfach anfangen und wachsen lassen. Und Überschüsse einkochen ;-) Sehen Sie gerne in meinen Blogbeitrag „Einkochen“ oder auch "Clever sparen: Kosten senken mit Einkochen und DIY-Reinigern".
Für einen eigenen Gemüse- und Kräutergarten braucht es keine jahrelange Gartenerfahrung. Ein sonniges Plätzchen, gute Erde, einige robuste Pflanzen und etwas regelmäßige Pflege reichen für den Anfang völlig aus.
Beginnen Sie mit wenigen Gemüsearten und Ihren liebsten Küchenkräutern. Mit jeder Gartensaison wächst die Erfahrung – und meistens auch die Lust, im nächsten Jahr noch ein paar weitere Sorten auszuprobieren.

Dieser Beitrag entstand aus echter Recherchearbeit und teils eigenen Tests und Erfahrungen. Einige Fotos wurden mithilfe von KI erstellt. Unsere Bloggerin Iris hat die Ergebnisse mit viel Herz für Sie aufbereitet.

Voriger Beitrag Übersicht Nächster Beitrag


nach
oben

INFOS

Beliebte Infoseiten auf unitwist.eu:

Nicht das Passende dabei?

@ E-Mail

DE | EN | FR | IT | ES

Live-Chat

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.